01 K1024 Abb. 2 Wanderwege 

Glühweinwanderung Mayschoß – Rech – Mayschoß

Von Angelika Marks

Der erste Advent bot mit frostiger, aber trockener Witterung ideale Bedingungen für eine Glühweinwanderung rund um die Saffenburg bei Mayschoß. Verstärkt durch Wanderlustige aus Baasem und dem heutigen Wanderführer Hermann Joseph Theis aus Frohngau, der dankenswerterweise für den plötzlich erkrankten Peter Tümmeler kurzfristig eingesprungen war, sammelte sich die Ortsgruppe Schmidtheim unweit des Fahrradtunnels bei Mayschoß. Über die Ahr hinweg führt der Weg hinauf in die Weinberge. Am Wegesrand passieren wir eine verwitterte Relieftafel „Jesus geht dem Judas und seinem gottlosen Rott entgegen“ lautet die Inschrift. Mehrere Wanderwege überlappen sich hier, so der „Winzerweg“, der „Rotweinwanderweg“ und die „Mayschoßer Dorfrunde“. Unter uns liegt die Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Rochus mit dem berühmten Grabmal der Katharina von der Mark († 30. Oktober 1645), hinter dem sich eine anrührende Geschichte verbirgt. Die Jungverstorbene - sie wurde nur 23 Jahre alt - wurde als uneheliche Tochter geboren von einer Magd am Blankenheimer Schloss und diente später als Viehmagd in Schleiden, ehe sie vom ältlichen Grafen von der Mark ganz unstandesgemäß geheiratet wurde. Der untröstliche Witwer sorgte posthum nicht nur für das glänzend schwarze Grabmal, sondern auch für die Erhebung in den Adelsstand und die damit verbundene Legitimierung der gemeinsamen Kinder. Weiter geht es, bald schäumt tief unter uns die Ahr und wir schauen bereits auf die Saffenburg, die zum Greifen nah erscheint. An einem Aussichtsplatz informieren alte und neue Tafeln über Berge und Geschichte der Umgebung, aber auch über das „Terroir“, d.h. über das Zusammenspiel der Standortfaktoren, wie Klima oder Bodenbeschaffenheit, die für ein gutes Weinanbaugebiet entscheidend sind. Vorbei am Michaelishof und der Korbach Hütte steigen wir hinunter und überqueren die Nepomuk-Brücke, die älteste Brücke über die Ahr, die 1910 sogar die große Flutkatastrophe überstand. Die heutige Nepomukfigur ist allerdings eine Stiftung des Eifelvereins von 1920, nachdem die alte während des 1. Weltkrieges in die Fluten gestürzt wurde. Durch das malerische Weindörfchen Rech geht es mit gemächlicher Steigung Richtung Saffenburg. Die Wurzeln der größten Höhenburg im Ahrtal reichen bis in das 11. Jh. zurück. Zur Ruine verfiel sie in Folge des Spanischen Erbfolgekrieges im frühen 18. Jh., nachdem Jülicher Truppen ihre Mauern geschleift hatten. Die Burg ist Ziel unserer Wanderung, denn in dem eigens errichteten Biwak und der Schutzhüte wird heute Winzerglühwein ausgeschenkt. Dementsprechend herrscht hier ein fröhliches Kommen und Gehen, einige genießen die Aussicht von hier oben, andere den Wein.

Der Abstieg nach Mayschoß gestaltet sich dementsprechend kurzweilig. In Mayschoß selbst lädt die älteste Winzergenossenschaft der Welt heute zum Nikolausmarkt in ihre weitläufigen Kellergewölbe ein. Zwischen Blasmusik, Glühwein und weihnachtlichen Spezialitäten lassen wir den Adventsonntag ausklingen.